Silvia Mariotti (HZB)
Silvia Mariotti ist Wissenschaftlerin am Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und beschäftigt sich dort mit grundlegenden und zugleich anwendungsnahen Fragen der modernen Material- und Energieforschung. Ihr wissenschaftlicher Werdegang ist geprägt von einer fundierten akademischen Ausbildung und Stationen in einem internationalen Forschungsumfeld. Am Helmholtz-Zentrum Berlin hat sie sich in den vergangenen Jahren mit ihrer Arbeit kontinuierlich profiliert und wesentlich zu Forschungsprojekten beigetragen, die auf ein besseres Verständnis komplexer materialwissenschaftlicher Prozesse abzielen. Ihre Ergebnisse finden sowohl innerhalb der wissenschaftlichen Community als auch darüber hinaus Beachtung. Im Interview spricht Silvia Mariotti über Herausforderungen und Erfolge in der Forschung sowie darüber, was sie motiviert, neue wissenschaftliche Fragestellungen anzugehen.
Interview:
Woran arbeitest du gerade?
Silvia Mariotti: Ich arbeite derzeit an Mehrfach-Perowskit-Solarzellen und konzentriere mich dabei auf die Verbesserung von Wirkungsgrad und Stabilität. Unsere Forschung verbindet Materialentwicklung mit Bauelementtechnik, um Photovoltaik-Technologien der nächsten Generation zu ermöglichen.
Was treibt dich persönlich an?
Silvia Mariotti: Meine Hauptmotivation ist es, einen Beitrag zu nachhaltigen Energielösungen zu leisten. Die Entwicklung hocheffizienter Solartechnologien ist ein wirksames Mittel, um die Energiewende voranzutreiben, zumal Mehrfachsperrschicht-Bauelemente ein sehr hohes Leistungsgewicht aufweisen und damit Anwendungen ermöglichen, die über die konventionelle Photovoltaik hinausgehen.
Welche Herausforderungen siehst du für dich in der nächsten Zeit?
Silvia Mariotti: Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen die Verringerung der Verluste durch nicht strahlende Rekombination und parasitäre Absorption, die Entwicklung von Herstellungsverfahren, die eine Leistungsminderung verhindern, die Verbesserung der Langzeitstabilität sowie die Skalierung der Fertigung bei gleichbleibend hoher Leistung.
Was würdest du dir für deine Forschung in Zukunft wünschen?
Silvia Mariotti: Ich würde mir eine größere Auswahl an stabilen, leistungsstarken Materialien wünschen sowie schnellere Methoden, diese mithilfe von Robotik und KI zu entdecken. Und – vielleicht ein etwas optimistischer Wunsch – dass die politischen Entscheidungsträger die Forschung auf diesem Gebiet weiterhin unterstützen, damit diese Technologie innerhalb des nächsten Jahrzehnts allgemein zugänglich wird und dazu beiträgt, die globale Energiekrise und den Klimawandel zu bewältigen.
Wo siehst du deine Disziplin in 5-10 Jahren?
Silvia Mariotti: Ich gehe davon aus, dass Perowskit-basierte Mehrfachsolarzellen in fünf bis zehn Jahren den Sprung von Laborversuchen zum kommerziellen Einsatz schaffen werden, insbesondere in Tandem- und Dreifach-Konfigurationen. Dadurch werden sich der Wirkungsgrad deutlich erhöhen und die Kosten für erneuerbaren Strom sinken, wobei ihre leichte Dünnschichtarchitektur den zusätzlichen Vorteil einer flexiblen Integration für Smart-City-Anwendungen bietet.
ORCID: 0000-0002-7163-9480