Energiesymposium 2025: "Powering the Future - Accelerating the Energy Transition"

„Powering the Future – Accelerating the Energy Transition“: So lautete das Thema des Energiesymposiums 2025, das vom 24. bis 27. Juni 2025 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stattfand und vom KIT Zentrum Energie und Helmholtz Energy organisiert wurde. Mehr als 250 Forscher und Partner aus der Industrie kamen zusammen, um neue Ideen für die nachhaltige Transformation des Energiesystems auszutauschen.

Verschiedene Formate wie Keynotes, Vorträge von hochkarätigen Gastrednern, Führungen durch Labore oder andere energiebezogene Infrastrukturen am KIT, Workshops, Science Slams, Posterpräsentationen und Networking-Veranstaltungen boten zahlreiche Gelegenheiten, neue Erkenntnisse aus diesem Bereich mit nach Hause zu nehmen und Kontakte zu anderen Forschern zu knüpfen.

Programm

Hier finden Sie das Programm

Vortragsprogramm am Dienstag 24.06.2025

Laborführungen und Standortbesichtigungen am Mittwoch 25.06.2025

9:00am - 12:00am

Heinrich-Hertz Preis 2025

Ein Höhepunkt des Symposiums war die Verleihung des Heinrich-Hertz-Preises 2025. Die EnBW-Stiftung und das KIT vergeben den mit 10.000 Euro dotierten Preis alle zwei Jahre für herausragende Leistungen in der Erzeugung, Verteilung und Anwendung elektrischer Energie. Wolfram Münch, Leiter Forschung und Entwicklung bei EnBW, und KIT-Präsident Jan S. Hesthaven überreichten die Auszeichnung an den Batterieforscher Jürgen Janek. Er ist Professor für Physikalische Chemie an der Justus-Liebig-Universität Gießen und leitet das Batterie- und Elektrochemielabor (BELLA) des KIT und der BASF. In seinem Vortrag über die Entwicklung und Möglichkeiten von Batterien bewies Janek, Experte für Festkörperbatterien und Elektromobilität, dass die Elektrochemie, die als „Knäckebrot der Naturwissenschaften” verschrien ist, gar nicht so trocken und fade ist. Sie verbindet das elektrifizierte Energiesystem mit Entwicklungen in der Chemie und Materialwissenschaft und ermöglicht innovative Lösungen für die Energiespeicherung.

(Text von Sibylle Orgeldinger)

Presentation of the Henrich Hertz Award: Wolfram Münch, Jürgen Janek and Jan S. Hesthaven (from left)

Energie Science Slam

Was hat Kaffee mit Kernfusion zu tun? Und wie wird ein Bakterium zum Superhelden? Beim „Science Slam Energy“ präsentierten junge Forscherinnen und Forscher ihre Themen allgemein verständlich, anschaulich und humorvoll. Das Publikum wählte Aline Thumm vom KIT zur Siegerin: Mit „CSI: Radioactive“ inszenierte sie einen echten Krimi um das Verschwinden von Atomen, benannte Verdächtige, suchte nach Motiven und überführte den Täter und seine Komplizen. Spannend war auch die Geschichte von Stephan Hilpmann vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf: Ein Bakterium zähmt radioaktives Uran und fungiert als Wächter eines geologischen Endlagers. Michael Bergmann vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching verglich die Arbeit an einem Fusionsreaktor vom Typ Tokamak mit der Zubereitung einer Tasse Kaffee, die reichlich und möglichst heiß sein sollte und nicht zu schnell abkühlen darf. Dilan Aksoy vom Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie erklärte, warum und wie Silber in Solarzellen eingesetzt werden kann.

(Text von Sybille Orgeldinger)

Vortragsprogramm am Donnerstag 26.06.2025

Laborführungen und Standortbesichtigungen am Donnerstag 26.06.2025

Open Space: Wissenschaft beim Kaffee

Bei der Networking-Veranstaltung „Coffee and Science“ hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an der Kaffeebar einen köstlichen Kaffee zu genießen und sich mit Kollegen aus internationalen Forschungseinrichtungen und Helmholtz Energy auszutauschen. Der Informationsparcour bot die Gelegenheit, sich über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Innovationen im Energiesektor zu informieren.

Science Policy Dialog: Insights from Scientists, Consulting Experts, and Politicians

Angesichts der zunehmend komplexen Herausforderungen, vor denen die Welt steht – wie beispielsweise der Übergang zu einem nachhaltigen Energiesystem –, ist es wichtiger denn je, die Kluft zwischen wissenschaftlicher Forschung und Entscheidungsfindung zu überbrücken. Um diese Verbindung zu fördern, wurde im Rahmen des Energiesymposiums erstmals eine spezielle Sitzung zum Thema Wissenschaft und Politik eingeführt, die den Dialog zwischen Forschern, politischen Entscheidungsträgern und ausführenden Behörden fördern soll. Ziel der Sitzung war es, den Teilnehmern aus erster Hand Einblicke in die Bedeutung der Wissenschaftskommunikation in politischen Prozessen sowie in die Erwartungen und Bedürfnisse von Politikern und Verwaltungsbeamten zu vermitteln. Außerdem sollte sie Forscher bei Helmholtz Energy dazu anregen, sich aktiver am wissenschaftspolitischen Dialog zu beteiligen, indem sie ihr Verständnis für Formate und Strukturen des Wissensaustauschs vertieften.

Bernd Rech, Vizepräsident des Helmholtz-Forschungsbereichs Energie und Wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz Zentrum Berlin, eröffnete die Sitzung und betonte dabei, wie wichtig es sei, sich in der politischen Kommunikation zu engagieren, um die Wirkung der Energieforschung zu maximieren.

An unserer Podiumsdiskussion nahm Constanze Scherz, stellvertretende Leiterin des ITAS (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse) am KIT, teil, die die Bedeutung eines echten und offenen Dialogs mit der Gesellschaft betonte. Robin Mesarosch gab Einblicke in den „Alltag” eines Mitglieds des Deutschen Bundestages (er war Mitglied im Zeitraum 2021-2025) und betonte die Notwendigkeit einer direkten Kommunikation mit Politikern, um eine evidenzbasierte Politikgestaltung zu unterstützen. Und Franz Ecker, der bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA-BW) tätig ist, bot eine wertvolle Perspektive auf die entscheidende Rolle von Kommunen und lokalen Akteuren bei der Förderung der Energiewende. Moderiert wurde die Sitzung von Andrea Meyn, Expertin für politische Kommunikation und Mitglied der Wissenschaftlichen Expertenplattform Klimaschutz (WPKS).

Wir haben nach der Veranstaltung sehr positives Feedback erhalten, was uns ermutigt, weitere ähnliche Veranstaltungen zu organisieren. Auch wenn diese erste Veranstaltung auf Deutsch abgehalten wurde, ist sie auf großes Interesse bei unserer internationalen Community gestoßen, daher sind wir bestrebt, zukünftige Veranstaltungen auf Englisch anzubieten. Diese werden sich auf allgemeine Trends in der Wissenschaftskommunikation konzentrieren. Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind, wenden Sie sich bitte an uns.

Núria González & Andrea Meyn

Organisatoren der Science Policy Session

Frühstück und Netzwerkevent der "Women at Helmholtz Energy"

Im Rahmen des Energiesymposiums kamen 15 engagierte Frauen aus Wissenschaft und Wissenschaftsmanagement zu einem besonderen Frühstück zusammen – von engagierten Doktorandinnen bis hin zu erfahrenen Professorinnen. Ziel des Treffens war es, einen Raum für offenen Austausch, Networking und gegenseitige Stärkung zu schaffen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der der Wunsch nach Austausch und weiblichen Vorbildern deutlich wurde, folgten lebhafte Diskussionen in kleinen Gruppen. Verschiedene Karrierewege, Sichtbarkeit in der Wissenschaft, authentisches Auftreten und Möglichkeiten zur gezielten Förderung junger Wissenschaftlerinnen wurden diskutiert.

Bei einem gemütlichen Frühstück wurden neue Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht: Das Treffen bot nicht nur Raum für persönliche Begegnungen, sondern auch für gegenseitige Inspiration und neue Impulse für den beruflichen Alltag.

Workshops am Freitag, 27.06.2025